Auftreten der Narren

Kleidung

Über der Rottweiler Fasnet steht das Motto „Jedem zur Freud`und niemand zu Leid!“. Jeder Narr weiß das, und für jeden ist es selbstverständlich, diesen Grundsatz zu beherzigen. Damit die Fasnet jedem zur Freud ist, sollte der Narr einige Regeln beherzigen.
Und zwar

  • dass zu jedem Narrenkleid ein weißes Hemd, ein weißer Querbinder und weiße Handschuhe gehören, nur der Federahannes trägt einen schwarzen Binder. Unabdingbar gehören zu jedem Narr einfache schwarze Schuhe mit hohem Schaft, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Sohlen und die Form des Schuhes keinen modischen Linien folgen.
  • dass die Hosen von Biss, Gschell und Fransenkleid unter dem Knie gebunden werden und die Foulards dort angebracht werden, wo sich die Glockengurte auf der Brust kreuzen, die Foulards selbst, werden über dem Kittel getragen.
  • dass Biss und Gschell mit nur vier Glockenriemen nicht „narren“ dürfen.
  • dass jeder Narr seine Haube unter dem Kinn nicht schließt, sondern offen trägt.

Allgemeines Verhalten

  • Dass alle Narren ihren Weg zu den „Narrensprüngen“ durch die Seitenstraßen nehmen müssen.
  • Dass in den Sammellokalen ob dem Schwarzen Tor jeder Narr seine Narrenkarte persönlich abstempeln lassen muss und von der Narrenzunft einer letzten Musterung unterzogen wird und dass er in diesen Lokalen auch seinen Sprungbändel erhält.
  • Dass jeder Narr eine Mitgliedskarte der Narrenzunft Rottweil erwerben muss.
  • Dass während des „Narrensprungs“ der Narr auch dann „jucken“ soll, wenn er gerade keine Musik hört, das hält den Narrensprung „leabig“.
  • Dass Rottweils Narrenruf Hu-Hu-Hu lautet und nicht Ju-hu-hu oder Hü-hü-hü.
  • Dass jeder Narr versuchen soll, eventuelle Lücken im „Sprung“ zu schließen.
  • Dass der Narr keine Orangen auswerfen soll, da dies durch ein Gerichtsurteil verboten ist, Brezeln oder Berliner erfüllen den gleichen Zweck.
  • Dass der Federahannes an seiner Stange nicht posiert wie eine Hexe und dass er auch keine Hüte oder Mützen spazieren trägt. Die Unsitte des „Nasenbohren“ gehört ebenfalls nicht zum Federahannes.
  • Dass es für jeden Narr selbstverständlich sein muss, bis zur Auflösung des „Narrensprungs“ mit geschlossener Larve auf dem Friedrichsplatz zu bleiben.

Verhalten nach dem Narrensprung

  • Dass jeder Narr nach dem Narrensprung eine Pause braucht, er sich aber auch im Wirtshaus nicht von Teilen seines Narrenkleides entledigt (Kopfstück, Glocken, Kittel) und auch wieder auf die Straße gehen soll.
  • Dass die Narrenreime „Narro kugelrund“, „Narro sieba Sih“ und „O jerum“…! auf der Straße mit den Kindern gesungen, ein wichtiges Stück Alt-Rottweiler Fasnetsstimmung ausmacht.
  • Dass während dem „Narrensprung“ das „Narrenbuch“ nicht schon aufgeschlagen und „aufgesagt“ wird.
  • Dass zum „Aufsagen“ nicht unbedingt ein Narrenbuch gehört, sondern dass man auch aus dem Stehgreif „aufsagen“ kann. Wer eine Narrenbuch malt, sollte wissen, dass dies kein Kunstwerk zu sein braucht.
  • Dass ein rechter Narr auf der Straße oder wenn er im Wirtshaus „aufgesagt“ hat, seine Larve nicht lüftet und auch wenn er in den Gässle unterwegs ist unerkannt bleiben will.
  • Dass die „Narrenwurst“ dazu dient, diejenige Person, der „aufgesagt“ werden soll, mit einem leichten Schlag auf die Schulter in den Bann des Narren zu ziehen, kein guter Narr winkt und fuchtelt mit der „Narrenwurst“, er hat diese am Handgelenk hängen und die entsprechende Hand in der Hosentasche.
  • Dass auch Federahannes ruhig „aufsagen“ sollen.
  • Dass sich kein Narr beim „Aufsagen“ schüttelt wie ein nasser Hund, denn sein Opfer hört auch so, dass er ein „Gschell“ trägt.
  • Dass mit dem Betzeitläuten (18.00 Uhr) ein schöner Fasnetstag zu Ende ist und jeder Narr nach Hause gehen muss, um sein Narrenkleid auszuziehen.
  • Dss bei Fragen zur Fasnet die Narrenzunft Rottweil gerne Auskunft gibt.